Der Schulleiter schneidet den Jubiläumskuchen an

Unter dem Motto „Gemeinsam durch die Zeit“ feierte das Rhein-Wied-Gymnasium am Sams­tag, dem 20. Juni 2026, sein 150-jähriges Bestehen mit einem großen Schulfest. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Eltern, Ehemalige, Lehr­kräfte sowie Gäste aus der Region waren der Einladung gefolgt und verwandelten das Schulgelände in einen lebendigen Ort der Begegnung. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand dabei nicht nur das Schuljubiläum selbst, sondern auch das soziale Engagement der Schulge­meinschaft: Im Rahmen des Festes wurde ein Spendenscheck in Höhe von 12.000 Euro an das Rhein-Wied-Hospiz übergeben.

Eröffnet wurde das Fest um 14 Uhr auf dem Innenhof durch Schulleiter Helmut Zender und seine Stellvertreterin Christine Hahn. Anschließend erwartete die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, das die Vielfalt des schulischen Lebens am Rhein-Wied-Gymnasium eindrucksvoll widerspiegelte. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte der Bläserklasse 5b, eine mitreißende Hip-Hop-Performance der Hip-Hop-Weltmeisterin Margarite Dückmann gemeinsam mit ihrer Tanzpartnerin sowie Ausschnitte aus dem Musical „Wimba“ der Musical-AG.

Ein besonderer Höhepunkt des Nachmittags war die feierliche Übergabe eines Spendenschecks an das Rhein-Wied-Hospiz. Die Spendensumme stammt aus einem großen Sponsorenlauf, den die Sportfachschaft des Rhein-Wied-Gymnasiums unter der Leitung der Sportlehrkräfte Helen Göbel und Olaf Meurer organisiert hatte. Sämtliche Klassen und Jahrgangsstufen beteiligten sich an der Aktion. Darüber hinaus fand am 7. Mai ein eigens für das Lehrerkollegium organi­sierter Lauf statt, bei dem auch die Lehrkräfte Kilometer für den guten Zweck sammelten. Die Spon­sorinnen und Sponsoren waren im Vorfeld darüber informiert worden, dass die erlaufenen Gelder zur Hälfte dem Rhein-Wied-Hospiz und zur anderen Hälfte über den Förderverein der Schul­gemeinschaft zugutekommen würden.

„Ich freue mich sehr, dass wir dem Rhein-Wied-Hospiz durch den großen Einsatz unserer Schul­ge­meinschaft einen Spendenscheck über 12.000 Euro überreichen können“, erklärte die stell­vertretende Schulleiterin Christine Hahn. Die Vertreterinnen und Vertretern der Klassen, die beim Sponsorenlauf die meisten Kilometer zurückgelegt hatten, überreichten den Scheck an Hospizleiterin Manuela Götz sowie die stellvertretende Pflegedienstleitung Anna-Lena Brat­huhn. Für viele Anwesende war dies ein bewegender Gänsehautmoment.

In ihrer Ansprache erinnerte Christine Hahn daran, dass das Rhein-Wied-Gymnasium und das Rhein-Wied-Hospiz bereits seit mehreren Jahren durch gemeinsame Projekte verbunden sind: „Uns verbindet mehr als nur der Name ‚Rhein-Wied‘.“ So schmückte bereits zur Eröffnung des Hospizes im August 2024 die Installation „Cloud City“ der Kunstklassen der Jahrgangsstufe 7 unter der Leitung von Elmar Hermann den Gemein­schaftsraum des Hauses. Ein Jahr später entstand im Rahmen der schulischen Projekttage das Projekt „Dem Glück auf der Spur“, das von den Lehrkräften Clemens Deppe und Christine Hahn organisiert wurde. Im Vorfeld hatten Gäste, Angehörige und Mitarbeitende des Hospizes Fra­gebögen zu den Themen Glück, Lebensfreude und persönlichen Lebenserfahrungen ausgefüllt. Während der Projekttage werteten Schülerinnen und Schüler die Antworten aus, lernten pantomimische Ausdruckstechniken kennen und entwickelten daraus Szenen, die sie anschließend im Hospiz aufführten.

„Wir erinnern uns sehr gerne an diese Projekte zurück und empfinden es als sehr wertvoll, dass das Rhein-Wied-Gymnasium durch diese Initiativen Begegnungen zwischen unseren Gästen und Jugendlichen ermöglicht. Denn der Tod gehört einfach zum Leben dazu, und so können beide Seiten voneinander lernen“, betonte Hospizleiterin Manuela Götz.

Mit der Spende unterstützt das Rhein-Wied-Gymnasium das 2024 neu errichtete Rhein-Wied-Hospiz und setzt zugleich ein Zeichen für gesellschaftliches Engagement in Neuwied und der Region. Wie eng soziales Handeln und schulische Werteerziehung miteinander verbunden sind, machte auch der Beitrag der Schülervertretung deutlich. SV-Sprecherin Sophia Vogel hob die Bedeutung der am Rhein-Wied-Gymnasium durchgeführten Tugendwochen hervor: „Der Arbeitskreis ‚RWG mit Herz‘ möchte uns Werte und Tugenden vermitteln, da Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche oft mit diesen Begriffen nichts mehr anfangen können. Wir haben in diesem Schuljahr gelernt, wie wichtig Respekt, Zusammenarbeit und Wertschätzung sind. Wir als SV haben die Tugend ‚Humor‘ ausgewählt, denn die finden wir ebenfalls sehr wichtig für das Zusammenleben. Und wenn ihr auf diesem Fest jemanden seht, der alleine dasteht, dann sprecht ihn einfach an.“

Neben dem Bühnenprogramm bot das Schulfest zahlreiche weitere Attraktionen für die Besucherinnen und Besucher. Rund um den Innenhof luden Mitmachaktionen wie Bobbycar-Rennen, Dosenwerfen, Menschenkicker und viele weitere Spiele zum Verweilen ein. Großen Zuspruch fand zudem ein kreativ gestalteter Selfie-Point, an dem die Gäste scheinbar in einem Heißluftballon über dem Rhein-Wied-Gymnasium schweben konnten. Darüber hinaus wurde der Film zum Hospiz-Projekt „Dem Glück auf der Spur“ gezeigt. Zahlreiche herzhafte und süße Speisen sowie ein vielfältiges Getränkeangebot sorgten für das leibliche Wohl.

Ein besonderes Highlight war außerdem das Ehemaligen-Café, das ehemalige Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Wegbegleiter des Gymnasiums zusammenführte und für viele freudige Wiedersehen sorgte.

Schulleiter Helmut Zender nutzte die Jubiläumsfeier zudem, um einigen Eltern für ihr außerge­wöhnliches Engagement rund um das Schuljubiläum zu danken: „Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Bianca Schaub, Nadine Porath und Astrid Limbach.“ Besonders würdigte der Schulleiter den großen Einsatz von Vanessa Schmitt, die ihre berufliche Expertise einbrachte und das Layout der Jubiläumsposter, Banner, Fahnen sowie der Festschrift gestaltete.

So wurde das Jubiläumsfest zu einem rundum gelungenen Tag voller Begegnungen, Erin­nerungen und gemeinsamer Erlebnisse. Das Rhein-Wied-Gymnasium zeigte eindrucksvoll, wofür es auch nach 150 Jahren steht: für Bildung, Gemeinschaft, Kreativität, Verantwortungs­bewusstsein und die Bereitschaft, sich für andere Menschen einzusetzen.