150 Jahre Rhein-Wied-Gymnasium – das ist ein Grund zum Feiern! Und so wurde das große Schuljubiläum mit einem Festakt begangen, der die Geschichte unserer Schule lebendig werden ließ, die Gegenwart sichtbar machte und zugleich den Blick in die Zukunft richtete. Zahlreiche Gäste aus Politik, Schulaufsicht, Eltern- und Schülerschaft, ehemalige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie Mitglieder der Schulgemeinschaft waren zusammengekommen, um diesen besonderen Meilenstein gemeinsam zu feiern.

Musikalisch eröffnet wurde der Festakt durch die Bläserklasse 6b unter der Leitung von Katharina Fölster. Mit Air of Nobility von James Swearingen und Defeating the Giant von Rob Grice sorgten die jungen Musikerinnen und Musiker für einen feierlichen Auftakt.

Im Mittelpunkt des Vormittags stand der Festvortrag von Bundesministerin Karin Prien, die zugleich die Schirmherrschaft für das Jubiläum übernommen hatte. In ihren persönlichen und anerkennenden Worten schlug sie eine besondere Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Als ehemalige Schülerin des Rhein-Wied-Gymnasiums teilte sie auch persönliche Erinnerungen an ihre eigene Schulzeit und machte damit deutlich, wie prägend die Jahre am Gymnasium für den weiteren Lebensweg sein können. Vor der Feierlichkeit ließ sich die Ministerin von den Schüler- und Schülerinnenvertretungen durchs Gebäude führen und führte Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen.

Dass Schule nicht nur aus Erinnerungen, sondern vor allem aus ganz unterschiedlichen Erlebnissen und Momenten besteht, zeigte nach dem Vortrag der Bundesministerin Salar Alo aus der MSS 13. Für das Jubiläum hatte er ein eigenes Klavierstück komponiert: Musikalischer Schultag. Darin verwandelte Salar seinen persönlichen Schulalltag in Musik: vom morgendlichen Schulweg über Unterricht und Prüfungssituationen bis hin zur Pause. Sogar der charakteristische Schulgong war musikalisch wiederzuerkennen. Ein ebenso persönlicher wie außergewöhnlicher Beitrag, der zeigte, wie kreativ Schülerinnen und Schüler das Leben am RWG wahrnehmen und gestalten.

Im Anschluss richteten Landrat Achim Hallerbach und Martin Graß, ehemaliger Schulleiter des RWG während des 125-jährigen Schuljubiläums, ihre Grußworte an die Schulgemeinschaft.

Für einen ganz anderen, energiegeladenen Moment sorgten anschließend Miah Bein und Maggie Dückmann. Die beiden Schülerinnen, die 2025 Weltmeisterinnen in der Kategorie U16 Novis Duo im Hip-Hop geworden waren, präsentierten ihr Können auf der Bühne und brachten damit einen besonderen sportlichen Glanz in den Festakt.

Danach folgten die Grußworte von Oberbürgermeister Jan Einig und Anna Tittelbach, Vorsitzende des Örtlichen Personalrats. Ihre Beiträge machten deutlich, dass Schule immer Teil eines größeren gesellschaftlichen Umfelds ist und von vielen Menschen und Institutionen begleitet und unterstützt wird.

Dass ein Schuljubiläum durchaus auch mit einem Augenzwinkern gefeiert werden darf, bewies anschließend der Grundkurs Darstellendes Spiel MSS 13 unter der Leitung von Christine Hahn. In einer pantomimischen Kurzinszenierung nahm der Kurs das Publikum mit auf eine Reise durch verschiedene Jahrzehnte der Schulgeschichte. Mit viel Humor, Kreativität und einem feinen Gespür für typische Eigenheiten von Schule zeigte die Gruppe, wie sehr sich Unterricht, Schulalltag und-leben im Laufe von 150 Jahren verändert haben – und wie vieles dabei doch erstaunlich vertraut geblieben ist.

Im Anschluss sprach Christian Etzkorn von der ADD Koblenz zu den Gästen.

Ein wichtiger Bestandteil des Festaktes war auch der Blick auf diejenigen, die das schulische Leben täglich mittragen und mitgestalten. Dr. Guido Beresheim, Vorsitzender des Schulelternbeirats, würdigte in seinem Grußwort die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule. Und die offensichtliche die Tatsache, dass Schule ohne ihre Schülerinnen und Schüler nicht denkbar wäre, machte anschließend Schülersprecherin Sophia Fogel in einem beeindruckenden Wortbeitrag deutlich. Mit ihrer Perspektive repräsentierte sie die Schülerschaft und gab damit einer der wichtigsten Stimmen unserer Schule Raum.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte ein ganz besonderer Beitrag: der eigens zum Jubiläum entstandene RWG-Song „Carpe Diem – Nutze die Zeit (150 Jahre)“.

Unter der Leitung von Frank Marker entstand in einer Songwriter-Projektgruppe ein Lied, das die Atmosphäre des Rhein-Wied-Gymnasiums, seine Menschen und Gedanken sowie den Blick auf Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Beteiligt waren Fine Schellinger, Haidar Fadel, Jamie Kurz, David Dobriç, Romia Kasto, Vivien Walinowicz sowie die ehemaligen RWG-Schüler Matthias und Johannes Schöttler. Damit erhielt der Festakt einen musikalischen Abschluss, der zugleich eine Botschaft des Jubiläums aufgriff: Geschichte entsteht durch Menschen – durch ihre Begegnungen, ihre Ideen und ihre gemeinsame Zeit.

Ein solcher Festakt kann nur gelingen, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken. Ein besonderer Dank gilt daher allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, der Technik-AG unter der Leitung von Herrn Settili, Hannah Schmitt, Stephanie Edebor, Lenja Wunsch, Alina Webert und Henry Jansen für die Unterstützung beim Bühnenumbau und Vorhang, Frau Böhm für die festliche Gestaltung des Ambientes, Frau Schmitt für die Gestaltung von Präsentation, Flyern, Tischkarten und Postern, der Gruppe 150 ebenso wie Frau Huth und Frau Kubiak für die Festdekoration, der MSS 13 für das Catering, Laura Köhler für die professionelle Co-Moderation und Herrn Deppe sowie Herrn Marker für die Einrichtung und Vorbereitung der Bühne. Ebenso gilt der Dank allen weiteren helfenden Händen, die im Hintergrund zum Gelingen dieses besonderen Vormittags beigetragen haben.

Im Anschluss an den Festakt waren die Gäste zu einem Umtrunk eingeladen – zu Gesprächen, Begegnungen und zum gemeinsamen Weiterfeiern: 150 Jahre Rhein-Wied-Gymnasium, mit einer langen, traditionsreichen Geschichte, die uns verbindet. Und eine Geschichte, die weitergeschrieben wird.

(Text: Christine Hahn, Fotos: Clemens Deppe)