(Grafik: Luca Ness)

Es ist wieder Read-Weekly-Gossip Monday, also:

Hey RWG!

„Blaue Briefe“ : Anlass zur Sorge oder vielleicht doch eine Chance? Diese Frage haben wir uns gestellt und nachgefragt. Viele Schülerinnen und Schüler bekommen bei dem Wort „Blauer Brief“ sofort ein mulmiges Gefühl. Ein „Blauer Brief“ bedeutet nämlich, dass die Schule die Eltern darüber informiert, dass die Versetzung gefährdet ist, meistens wegen schlechter Noten.

Für viele klingt das erst einmal nach Ärger, Stress und Druck. Und auch die Geschichte des Namens ist eindeutit negativ besetzt.

Warum heißt der „Blaue Brief“ eigentlich „Blauer Brief“? Laut KI kommt der Begriff aus dem 18. und 19. Jahrhundert und geht auf die Farbe der Umschläge zurück, in denen unangenehme Nachrichten verschickt wurden. Es heißt, dass ursprünglich das preußische Militär wichtige oder entlassende Schreiben an Soldaten in blauen Umschlägen verschickte und sobald ein Offizier einen solchen Umschlag erhielt, wusste er bereits ohne den Brief zu öffnen, dass es sich um eine Entlassung oder eine ernstere Maßnahme handelte.

Natürlich ist es da verständlich, dass man sich Sorgen macht, wenn man einen solchen im schulischen Kontext erhält. Niemand freut sich darüber, wenn die Noten nicht so gut sind oder wenn man Angst hat, das Schuljahr nicht zu schaffen. Oft denken Schülerinnen und Schüler dann sofort, dass alles schiefgelaufen ist.

Aber ein „Blauer Brief“ kann auch eine Chance sein. Er zeigt früh genug, dass etwas nicht gut läuft. Dadurch hat man noch Zeit, etwas zu verändern. Man kann zum Beispiel mehr lernen, sich Hilfe von Mitschülern holen oder mit Lehrerinnen und Lehrern sprechen. Auch Nachhilfe oder ein besserer Lernplan können helfen.

Wichtig ist: Ein „Blauer Brief“ bedeutet nicht, dass man versagt hat. Viele Schülerinnen und Schüler bekommen einmal so eine Warnung und schaffen es danach trotzdem, ihre Noten zu verbessern. Deshalb sollte man einen „Blauen Brief“ nicht nur als Problem sehen, sondern auch als Weckruf. Man merkt: Jetzt muss ich etwas ändern und genau das kann am Ende sogar helfen, besser zu werden. Ein „Blauer Brief“ ist zwar unangenehm, aber er kann auch eine neue Motivation sein. Wenn man die Warnung ernst nimmt und etwas verändert, kann daraus sogar eine echte Chance entstehen.

Bis zum nächsten Mal,

euer Blog.

(Text: Nela Königsfeld)